sense of space | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

infinte expanses | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

infinte expanses | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

infinte expanses (Detail) | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

swirl (4) | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

swirl (4) (Detail) | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

swirl (4) Detail) | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

swirl (5) | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

swirl (5) (Detail) | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

swirl (3) | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

swirl (3) (Detail) | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

swirl (5) | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

espace mou III | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

espace mou III (Detail) | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

espace mou II | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

espace mou II (Detail) | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

wavy (2) | 2025 | Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

„Sense of Space", 2024/25

Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke 

 

Die Wahrnehmung von Raum

 

Wahrnehmung von Raum, Raumempfindung, Raumgefühl, die Art und Weise, wie wir das Umfeld um uns herum sinnlich erfassen, sei es ein umbauter Raum wie eine Ausstellungsgalerie, sei es ein Stadtraum oder der weite Landschafts- und Naturraum, diese Fähigkeit Raum wahrzunehmen, sie gehört zu den grundlegenden wie notwendigen Kompetenzen und Existenzerfahrungen menschlichen Lebens. Nicht umsonst hat die Natur uns Menschen, ebenso wie die meisten unserer Mitgeschöpfe aus der Tierwelt, u.a. mit doppelten optischen und akustischen Sinnen ausgestattet, unserem Augen- und Ohrenpaar. Sie versetzen uns überhaupt erst in die Lage, räumlich zu sehen und zu hören und daraus ein räumliches „Bild“ unserer Lebens-Welt zu machen. Wobei zu ergänzen wäre, dass dazu das Gehirn sich selbst zunächst erst mal trainieren muss, um sinnliche Wahrnehmungen als räumliche Eindrücke zu interpretieren und zu speichern.

 

Das hat seinen tieferen Sinn. Sich in einer räumlichen Situation orientieren und bewegen zu können, ein Territorium zu erforschen und zu nutzen, sich das Lebensumfeld in jeder Hinsicht „anzueignen“, das ist gemeinhin das, was als Kultur-/Zivilisationsprozess beschrieben werden kann. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen, die damit verbunden sind, wie aus der leidvollen Menschheitsgeschichte bis heute abgelesen werden kann. 

 

Raum zu begreifen und zu definieren, ihn experimentell neu zu entwerfen oder mit ihm zu spielen: all das bewegt sich im Prinzip zwischen 2 Polen. Einerseits das direkte erfahrungsorientierte Durchqueren und Erforschen von Raum, wofür man entsprechende Wegmarken, Pläne, Techniken, Instrumente usw. benötigt. Andererseits der theoretisch-wissenschaftliche Zugriff, etwa über mathematische Berechnungsmodelle bis hin zu Projektionen aller denkbaren Art. Das sind zwei sich gegenseitig beeinflussende bzw. bedingende Möglichkeiten von Raumerfassung und -wahrnehmung im Kontext unserer menschlichen Art der Raumnutzung.

 

Diese beiden Pole hat vor nicht allzu langer Zeit der Schriftsteller Daniel Kehlmann in seinem Roman „Die Vermessung der Welt“ sehr anschaulich über zwei berühmte wissenschaftliche Protagonisten des ausgehenden 18. und 19. Jhdts. lebendig werden lassen: Alexander von Humboldt (1769 – 1859), dem geradezu rastlos durch die Welt reisenden Entdecker und Forscher, und seinem Zeitgenossen Carl Friedrich Gauß (1777- 1855), dem großen Mathematiker und technischen Erfinder. Gauß war ein früher Vertreter der sogen. nicht-euklidischen Mathematik, eine Mathematik, mit der man u.a. gekrümmte und andere komplizierte Körperoberflächen bzw. Räume berechnen kann.

 

Auf der einen Seite die erfahrungsgesättigte, faktisch forschende detailreiche Beschreibung von Räumen, auf der anderen Seite die abstrakte mathematisch-geometrische Berechnung zur Rekonstruktion bzw. Konstruktion von Räumen. Letzteres muss sich nicht nur auf reale, tatsächlich existierende Räume beziehen, wie etwa in der Geologie, Geographie und Kartographie. Es kann auch um fiktionale Räume gehen. Auf beiden Gebieten sind auch die Künste zuhause sind, nicht zuletzt die Malerei. Nehmen wir nur die Zentralperspektive, die Erzeugung eines 3-dimensionalen Illusionsraumes auf einer 2-dimensionalen Fläche. Das ist ein Verfahren, mit dem in Europa seit dem ausgehenden Mittelalter und der Renaissance Künstlerinnen/Künstler uns bis heute im wahrsten Sinne des Wortes die Welt ins Bild setzen. Das können tatsächlich existierende Realitätserscheinungen in hochnaturalistischer Abbildhaftigkeit oder in abstrahierender Skizzenhaftigkeit sein. Das können aber ebenso virtuelle „erfundene“ Räume oder visionäre Welten sein.

 

Vor diesem hier nur kurz skizzierten Hintergrund hat sich das künstlerische Schaffen von Achim Zeman entwickelt. Seit vielen Jahren geht er der experimentellen Erkundung von Raum, Raumerfahrung, Raumempfindung nach und entführt in der Ausstellung „Sense of Space“ in der Dr. Carl Dörken Galerie in Herdecke die Betrachterinnen und Betrachter in eine beeindruckende wie verblüffende Fülle hochdynamischer visueller räumlicher Illusionen.

 

Malerei

Zemans Ausgangspunkt ist die Malerei. Wie unschwer zu erkennen, ist es keine illusionistisch abbildhafte Malerei, sondern eine abstrakte Malerei aus komplexen Linienstrukturen und Farbmodulationen. Aber es ist eine Malerei, die sich perspektivischer Darstellungsweisen bedient. Die Ausstellung zeigt erstmals in einer Ausstellung nicht nur einen partiellen Einblick, sondern anhand exemplarischer Werke einen Überblick über die Entwicklung von Zemans künstlerischem Schaffens der letzten 2 Jahrzehnte. Neben der Malerei, großen Wandarbeiten und einer Installation sind erstmals zwei ganz neue, große zeichnerische Arbeiten (2024) zu sehen.

 

Zeman arbeitet oft in Werkgruppen/-zyklen, also gleichzeitig parallel an mehreren Werken. Das hat einerseits damit zu tun, dass er seine bildnerischen Lösungen immer daraufhin hinterfragt, ob er eine bestimmte Idee bereits ausgeschöpft hat. Oder ob sie nicht doch noch ihm bisher verborgene Optionen enthält, die ihm lohnenswert erscheinen, verfolgt zu werden. Auf diese Weise hat sich sein Werk erstaunlich konsequent entwickelt, obwohl dahinter, zumindest im engeren Sinn, kein zuvor festgelegtes übergeordnetes Konzept oder Programm steht. Was Zemans Arbeit zugrunde liegt, ist aber zweifellos sein geradezu obsessives Interesse an Raum und Bewegung, und das Bestreben, diese dynamischen räumlichen Erfahrungen und Raumempfindungen Bild werden zu lassen. Das ist ein sich Erschließen von Wirklichkeit in der Einheit von Denken, Fühlen und Handeln, wie es der Philosoph und Kulturtheoretiker Ernst Cassirer einmal beschreiben hat. Kunst, so Cassiere, als eine Möglichkeit, wie die Menschheit neben Sprache oder Wissenschaft sich die Welt durch symbolische Formen interpretiert und verfügbar macht.

 

Das Arbeiten in Werkreihen hat aber auch noch einen anderen Beweggrund: den zum Teil technisch wie zeitlich aufwändigen Herstellungsprozess, der hier kurz umrissen sei. Zunächst wählt Zeman in der Entwurfsphase aus zahlreichen Vorstudien einzelne Linien-Konstruktionen aus, er experimentiert mit verschiedenen Abwandlungen oder Verzerrungen und setzt sie schließlich im zuvor festgelegten Bildformat zu einer lebendigen und zugleich ästhetisch ausgewogenen Komposition neu zusammen. 

 

Die Umsetzung beginnt damit, dass Zeman die vorbereitete Bildfläche mit einer ersten Farbschicht überzieht. Ist sie abgetrocknet, wird sie mit einer Gießharzschicht überdeckt. Gleichzeitig bereitet der Künstler die digitale Kompositionsvorlage programmtechnisch so auf, dass sie von einem Plotter aus einer Folie ausgestanzt werden kann. Diese Folie wird auf das getrocknete Harz aufgebracht und die ausgestanzten Formelemente abgezogen. Die offenen Stellen, z.B. Linien, Flächenformen oder farbige Schattenfugen, werden dann mit einer neuen Farbe übermalt. Nach dem Abtrocknen wird die Restfolie abgezogen, eine neue Gießharzschicht aufgetragen und eine neue Folie aufgezogen. Der Prozess wiederholt sich mehrfach bis zur endgültigen Fassung. Der Ergebnis: abgesehen davon, dass das Volumen und Gewicht der Bilder steigt, strahlen sie eine geheimnisvolle Tiefenräumlichkeit aus, die in ihrer Präzision und fast kühl wirkenden Atmosphäre das mathematisch-technische Moment der Bildkompositionen durchschimmern lässt.

 

Ähnlich operiert Zeman bei einigen fast panoramaähnlichen Breitformaten auf Acrylglas. Hier hat er mehrere Acrylglasplatten, die jeweils mit langen schmalen blau-grautonigen Farbstreifen bemalt sind, aufeinandergesetzt. Das formal relativ einfache, aber streng durchgehaltene Neben-, Hinter- und Übereinander der horizontalen Streifen erzeugt einen leicht diffusen tiefenräumlichen wie bewegten Gesamteindruck. Man könnte an eine wellige und Licht reflektierende Wasseroberfläche denken, ohne dass die Darstellung zwangsläufig darauf hinausläuft. Wer dabei sich dennoch im weitesten Sinne an das Genre Landschaftsmalerei erinnert fühlt, dem würde Zeman nicht widersprechen.

 

Ziehen wir in dem Zusammenhang die Titel von Zemanns neueren Werkgruppen mit ein, sie lauten z.B. „Bumpy“ (unruhig, uneben), „Wave“ (Welle) und „Wavy“ (wellig), dann gibt uns der Künstler zweierlei Hinweise: einerseits ganz nüchtern den Grundcharakter der jeweiligen Komposition, andererseits einen Hinweis auf seine realen Wahrnehmungserfahrungen unebener Oberflächenformationen, etwa von Landschaften oder Wasser. Ihre abstrakte Formensprache signalisiert aber unmissverständlich, dass seine künstlerischen Reflexionen nicht die Reproduktion bestimmter Realitätsphänomene verfolgen. Vielmehr zielen die Werke ab auf das grundlegende Verhältnis von Raum und Bewegung als ästhetischem Wahrnehmungsphänomen.

 

Das veranschaulichen die erwähnten Serien „Bumpy“, „Wave“ bzw. „Wavy“. Während die „Wave“-Serie in ihrem rhythmischen Auf und Ab/Hell-Dunkel noch nachvollziehbar eine waagerechte oder diagonale Hauptausrichtung zeigen, steigert sich die Bewegtheit der Oberfläche in „Bumpy“ zu einem pulsierenden An- und Abschwellen unterschiedlich verzerrter Elemente. Das Volumen der Formgebilde scheint sich zu dehnen, aus dem Bild förmlich hervorzuquellen bzw. gleich wieder ins Bildfeld hinein zu sinken, wie ein atmendes Gebilde. Aber das Ganze folgt keinem regelmäßigen Rhythmus, sondern ist, wie der Titel Bumpy besagt, ein zusehends ungeordnetes Geschehen.

 

In der Serie „Wavy“ steigert sich die Bewegungsdynamik weiter ins Chaotische. Immer schaffen allein Farbe und Linie diese zunehmende Dynamisierung der dreidimensional wirkenden Formgebilde. Solche unregelmäßigen räumlichen Oberflächenstrukturen zu berechnen bzw. zu konstruieren, das ist das Feld der eingangs erwähnten nichteuklidischen Mathematik / Geometrie. Heute kann man sie mit dem Rechner digital generieren, und das tut auch Zeman.

 

Zeichnungen

Bei der jüngsten Werkreihe, den vielteiligen Zeichnungen „Espace Mou“ präsentiert uns Zeman ein scheinbar ununterbrochen großes Farbraumereignis aus weich modulierten hell-dunklen Grau- oder orange-gelben Farbwerten. Dieses wolkige Farbgeschehen spielt sich auf zahlreichen gleichgroßen Bildtafeln ab, die sehr präzise im engen Abstand in 3 Reihen übereinander gehängt sind. So entsteht der Eindruck eines Rasters. Kompositorisch sucht das Raster wie eine systematisch ordnende Gegenkraft das sich autonom ausgebreitende Farbgeschehen einzuhegen, ohne es jedoch zu unterbrechen. Wieder arbeitet Zeman mit Farbe und Linie. Letztere ergibt sich hier aber aus dem Zwischenraum zwischen den Tafeln und der dort auftretenden Schattenfuge.

 

Ein Geschehen auf einer Vielzahl von Tafeln auszubreiten, offenbart noch etwas anderes: So wie jede einzelne Tafel einen Ausschnitt des ganzen Bildtableaus repräsentiert, wirkt das gesamte vielteilige Werk wiederum nur wie ein „Ausschnitt“ eines prinzipiell unendlichen räumlichen Farbgeschehens. Zeman folgt hier dem „all over“ der abstrakten Malerei. Phänomene modellhaft auf einen charakteristischen Ausschnitt oder eine Formel zu verdichten, ist aber nicht nur in der Kunst ein übliches wie sinnstiftendes Verfahren. Das gilt auch für andere Erkenntnisweisen, mit denen wir uns als Menschheit u.a. ein „Bild“ bzw. Verständnis der unfassbaren Totalität von Raum, Welt oder Universum machen.

 

Und noch etwas ist bemerkenswert. Jede Bildtafel ist für sich eine ganz individuelle Einheit, deutlich unterscheidbar von allen anderen Tafeln. Die Reihung zeigt ja kein serielles rhythmisches Muster immer gleicher Elemente. Vielmehr ergeben die Tafeln ein großes, sich permanent wandelndes Farbereignis. Mit anderen Worten: Nichts bleibt so, wie es der in den einzelnen Tafeln festgehaltene Moment zunächst suggeriert. Alles ist im Fluss, womit Zeman ein Zeitmoment in das Werk einholt. um die oftmals bemühte antike Metapher zu paraphrasieren.

 

Die Gesamtkomposition zeigt zwar einen Moment raffinierter feiner Ausgewogenheit. Aber die eingeschriebene Bewegungsdynamik deutet auf Wandlung und Veränderung. Darin steckt ein ambivalentes Spannungsmoment. Denn permanente Veränderung garantiert ja keinesfalls einen Wandel in einen wie auch immer gearteten harmonischen Endzustand, so wünschenswert dies auch sein mag. Man denke nur an das Fortschrittsversprechen der technischen Moderne.

 

In Zemans Zeichnungen ist das Farbgeschehen Ergebnis einfacher Blei-/Buntstift-Schraffuren. Aus der Nahsicht sind die Schraffuren deutlich zu erkennen. Man sieht also, wie der Künstler die grauen oder farbigen Formationen geschaffen hat. Seltsam aber, dass manche Strichlagen diffus erscheinen, als seien sie nur vorläufig und schon wieder dabei, in einem indifferenten Hintergrund zu versinken.

 

Andere Schraffuren treten dagegen deutlicher hervor, was eine räumlich diffuse Tonigkeit hervorruft. Sie ist, wie in Zemans Gemälden, Folge der spezifischen Bearbeitung der Tafeln. Die untere Lage von Schraffuren hat Zeman mit Gießharz überzogen, das er danach fast vollständig wieder abgeschliffen hat. Damit verleiht er der Zeichnung eine seltsam weiche Unschärfe, über die er die nächsten Schraffuren gelegt hat. Das übereinander Lagern der Schraffuren ist insofern auch als ein Nacheinander zu erkennen und trägt ganz wesentlich zum Eindruck von Bewegungs- und Zeitverlauf bei.

 

Wandarbeiten und Installation

Im zweiten Raumbereich der Dörken-Galerie konfrontiert Achim Zeman den Besucher mit großen Wandarbeiten und einer eigens für diesen Raum konzipierten Bodeninstallation. Hier überschreitet er den begrenzten Rahmen von Zeichnung und Malerei und lässt sich auf das Abenteuer ein, den realen Raum als Arbeitsfeld für neue künstlerische Interpretationen zu erobern.

 

Die Wandarbeiten bestehen aus z.T. mehr als 1000 Einzelteilen, konkret aus farbig beschichteten Acrylstücken. Sie werden, wie Zemans Malerei in einem komplexen Arbeitsprozess und mit viel Geduld an die Wände angebracht. Auch hier dienen Folienschablonen zur präzisen Positionierung der einzelnen Formteile und deren dazugesetzten „Farbschatten“. Was zeigen sie? Zeichenhaft abstrahiert dreidimensional wirkende Wirbelformationen aus unterschiedlichen Perspektiven. Dementsprechend benennt Zeman die Wandarbeiten denn auch schlicht „Swirl“. Man kann dabei an Wasserstrudel denken oder an Galaxien im Universum: Beide sind in ihrer Wirbelform Ausdruck des hochgradig spannungsvollen physikalischen Kräfteverhältnisses zwischen dem Anziehungsmoment verdichteter Materien-Masse und hochdynamischen Fliehkräften. 

 

Die Boden-InstallationInfinite expanses“ basiert auf einem anderen Kräfteverhältnis. Zeman hat auf den Galerie-Boden mittels Folie eine kreisförmig ausstrahlende Komposition gesetzt. Dort breiten sich von einem zentralen Punkt scheinbar explosionsartig scharfkantige Formen in alle Richtungen aus. Die Formen sind zweifarbig (orange/schwarz), was sie nicht nur scheinbar dreidimensional, sondern zugleich über dem Boden schweben lässt. Außerdem kippen die Formen in die eine oder andere Richtung, als würden sie verschiedenen Perspektivkonstruktionen folgen.

 

Ihr Größenwachstum von wenigen Millimetern im Zentrum bis zu mehr als einem halben Meter in der äußeren Zone trägt zum Eindruck hoher Bewegungsdynamik bei. Zusätzlich erzeugt das Größenwachstum den Eindruck großer dreidimensionaler Raumtiefe. Allerdings nicht, wie man vielleicht erwarten würde, nur in der Horizontalen, sondern vor allem in der Vertikalen, in die Tiefe. Es hat den Anschein, als würde der Explosionsimpuls aus einer „bodenlosen“ Tiefe kommen. So wie es der Titel konkret benennt: „Infinite expanses“.

 

Was passiert hier? Unsere Sinne vermitteln uns disparate Informationen. Unsere Augen sehen einen scheinbar aus undefinierbarer Tiefe kommenden Bewegungs-/Explosionsimpuls. Unsere Füße und unser Gleichgewichts- und Tastsinn signalisieren dagegen die Standfestigkeit des Untergrundes. Unser Hirn ist zumindest für einen kurzen Moment gezwungen zu prüfen und zu entscheiden, was denn nun der Fall ist, welcher Information eher zu vertrauen ist.

 

Die Bodeninstallation ist Ergebnis von Zemans Auseinandersetzung mit dem sachlich-nüchternen Charakter des Galerieraumes, den die offen sichtbare funktionale Statik aus schlanken Stahlstützen, Deckenbalken sowie die unverputzten Wände ausstrahlen. Nicht zu vergessen das noch erkennbare, auf dem Galerieboden aufgemalte Ordnungsraster zum Aufstellen der Waren-Paletten. All das verweist auf die einstige Funktion des Raumes als Waren- oder Materiallager der Dörken AG.

 

Zeman hat diese konstruktive Statik des Galerieraumes mit seinem explosiven Motiv förmlich aufgesprengt. Er hat sie jedoch nicht ausgelöscht, sondern bewusst sichtbar belassen. Denn nur so entsteht ein spannungsgeladenes Wechselverhältnis zwischen der ruhenden Statik der vorhandenen Raumarchitektur und der Dynamik der auseinanderdriftenden Farbkörper-Explosion. Man könnte es auch etwas spitzfindig ortsspezifisch interpretieren: das Lager als ein Ort, an dem Dinge für mehr oder weniger begrenzte Zeit abgestellt werden, um schon bald als Fertigware aus dem Werk in alle Welt zu verschickt zu werden.

 

So wie Zeman die Bodenarbeit „Inifinite expanses“ zusammen mit den „Swirls“ an den Wänden inszeniert hat, liegt es mehr nahe, auch an den „Urknall“ zu denken, den, wie die Astrophysiker versichern, räumlichen wie zeitlichen Ur-Anfang des bis heute sich ausdehnenden Universums. Raum also nicht als statisches, schon immer existierendes gleichbleibendes Phänomen, sondern als eine wachsende oder schrumpfende, in jedem Fall sich verändernde Dimension. Zugegeben eine befremdliche Vorstellung, da sie kaum mit unseren menschlichen, auf die irdischen Gegebenheiten abgestimmten sinnlichen Wahrnehmungs-/ Raumerfahrungen in Einklang gebracht werden können.

 

Zeman bietet also ein vielschichtiges visuelles ästhetisches Spiel mit Raum und Bewegung, Raumillusionen und Raumirritationen an, ganz im Sinne des Ausstellungstitels „Sense of Space“. In dieser unmittelbaren Sinnlichkeit, die diverse Assoziationen hervorruft, steckt nicht zuletzt ein ästhetisches Unterhaltungsmoment. Typischerweise wird ja der OP Art, an die man bei Zemans Malerei sich erinnert fühlen kann, auch wenn sie, anders als Zeman, vor allem auf visuelle und optische Irritationsphänomene ausgerichtet ist, oft mehr oder weniger eine rein dekorative Unterhaltsamkeit unterstellt.

 

Unterhaltsamkeit ist aber keinesfalls per se etwas Schlechtes, im Gegenteil. Unterhaltsamkeit wird nur dann banal und „nichtssagend“, wenn sie, wie der Dichter und Theaterautor Bert Brecht einmal zu Recht festgestellt hat, ihres tragenden Inhaltes beraubt wird. Beides zusammenzuführen gibt nach Brecht der Kunst ihre produktive Kraft, weil sie Betrachterinnen und Betrachtern ihren Inhalt faszinierend und verlockend - sprich - unterhaltsam fesselnd nahebringen kann.

 

Wenn also eingangs die Frage der Raumwahrnehmung und Raumempfindung in ihrer Bedeutung kurz umrissen wurde, dann ging es genau darum, deutlich zu machen, dass Achim Zeman in seinem künstlerischem Schaffen auf sinnlich-ästhetischer Ebene das existentielle Thema „Raum“ in seiner faszinierenden Vielschichtigkeit zur Anschauung bringt. Seine Kunst ist im besten Sinne unterhaltsam. Im Fall der Installation dürfen Besucherinnen und Besucher sie sogar betreten, in und auf ihr herumwandern und dabei beobachten, was sie ggf. auslöst an vielleicht lustvollen Erlebnissen, Erfahrungen und Fragestellungen.

 

Reinhold Happel

 

„Sense of Space“, 2024/25

Dr. Carl Dörken Galerie, Herdecke

 

The perception of space

 

Perception of space, spatial awareness, sense of space, the way in which we perceive our surroundings with our senses, be it an enclosed space such as an exhibition gallery, an urban space or the vast landscape and natural environment – this ability to perceive space is one of the fundamental and necessary skills and existential experiences of human life. It is no coincidence that nature has equipped us humans, like most of our fellow creatures in the animal world, with dual optical and acoustic senses, namely our pair of eyes and ears. These enable us to see and hear spatially and to form a spatial ‘picture’ of our living environment. It should be added that the brain first has to train itself to interpret and store sensory perceptions as spatial impressions.

 

 

This has a deeper meaning. Being able to orientate oneself and move in a spatial situation, to explore and use a territory, to ‘appropriate’ one's living environment in every respect – this is commonly described as the process of culture/civilisation. With all the risks and side effects that this entails, as can be seen from the painful history of humanity to this day.

 

 

Understanding and defining space, redesigning it experimentally or playing with it: in principle, all of this moves between two poles. On the one hand, there is the direct, experience-oriented traversing and exploration of space, for which one needs appropriate landmarks, plans, techniques, instruments, etc. On the other hand, there is the theoretical-scientific approach, for example using mathematical calculation models or projections of all conceivable kinds. These are two mutually influencing or conditioning possibilities for spatial perception and comprehension in the context of our human use of space.

 

 

Not so long ago, the writer Daniel Kehlmann vividly brought these two poles to life in his novel ‘Measuring the World’ through two famous scientific protagonists of the late 18th and 19th centuries. Alexander von Humboldt (1769–1859), the restless explorer and researcher who travelled the world, and his contemporary Carl Friedrich Gauss (1777–1855), the great mathematician and technical inventor. Gauss was an early proponent of so-called non-Euclidean mathematics, a branch of mathematics that can be used to calculate curved and other complex surfaces or spaces, among other things.

 

On the one hand, there is the experience-saturated, factually researched, detailed description of spaces; on the other hand, there is the abstract mathematical-geometric calculation for the reconstruction or construction of spaces. The latter does not have to refer only to real, actually existing spaces, as in geology, geography and cartography. It can also refer to fictional spaces. The arts are also at home in both areas, not least painting. Take, for example, central perspective, the creation of a three-dimensional illusory space on a two-dimensional surface. This is a technique that artists in Europe have been using since the late Middle Ages and the Renaissance to literally put the world into pictures for us to this day. These can be real phenomena depicted in a highly naturalistic manner or in abstract sketches. But they can also be virtual ‘invented’ spaces or visionary worlds.

 

 

Achim Zeman's artistic work has developed against this backdrop, which has only been briefly outlined here. For many years, he has been pursuing an experimental exploration of space, spatial experience and spatial perception, and in the exhibition ‘Sense of Space’ at the Dr. Carl Dörken Gallery in Herdecke, he transports viewers into an impressive and astonishing wealth of highly dynamic visual spatial illusions.

 

Painting

 

Zeman's starting point is painting. As is easy to see, his work is not illusionistic representational painting, but abstract painting consisting of complex line structures and colour modulations. However, it is painting that makes use of perspectival modes of representation. For the first time, the exhibition not only provides a partial insight, but also an overview of the development of Zeman's artistic work over the last two decades, based on exemplary works. In addition to paintings, large wall works and an installation, two completely new, large-scale drawings (2024) are on display for the first time.

 

Zeman often works in groups or cycles of works, i.e. on several works at the same time. On the one hand, this has to do with the fact that he always questions his artistic solutions to see whether he has already exhausted a particular idea. Or whether it still contains options that were previously hidden from him and that he considers worth pursuing. In this way, his work has developed with astonishing consistency, even though there is no predefined overarching concept or programme behind it, at least in the narrower sense. What undoubtedly underlies Zeman's work, however, is his almost obsessive interest in space and movement, and his endeavour to translate these dynamic spatial experiences and sensations into images. This is an exploration of reality in the unity of thought, feeling and action, as the philosopher and cultural theorist Ernst Cassirer once described it. Art, according to Cassirer, is a way in which humanity, alongside language and science, interprets and makes the world accessible through symbolic forms.

 

However, there is another reason for working in series: the production process, which is sometimes technically and time-consuming, and which will be briefly outlined here. First, during the design phase, Zeman selects individual line constructions from numerous preliminary studies, experiments with various modifications or distortions, and finally reassembles them in the previously defined image format to create a lively and aesthetically balanced composition.

 

The implementation begins with Zeman covering the prepared image surface with a first layer of paint. Once it has dried, it is covered with a layer of casting resin. At the same time, the artist prepares the digital composition template using software so that it can be punched out of a foil by a plotter. This foil is applied to the dried resin and the punched-out design elements are removed. The open areas, e.g. lines, surface shapes or coloured shadow gaps, are then painted over with a new colour. After drying, the remaining foil is removed, a new layer of casting resin is applied and a new foil is applied. The process is repeated several times until the final version is achieved. The result: apart from the fact that the volume and weight of the pictures increase, they radiate a mysterious depth that, in its precision and almost cool atmosphere, allows the mathematical-technical moment of the pictorial compositions to shine through.

 

Zeman employs a similar approach in several almost panoramic wide formats on acrylic glass. Here, he has stacked several acrylic glass panels, each painted with long, narrow blue-grey stripes. The formally relatively simple but strictly maintained juxtaposition, superimposition and overlapping of the horizontal stripes creates a slightly diffuse, deep-spatial and dynamic overall impression. One might think of a wavy, light-reflecting water surface, without the representation necessarily boiling down to that. Zeman would not disagree with anyone who nevertheless feels reminded of the genre of landscape painting in the broadest sense.

 

If we consider the titles of Zemann's more recent groups of works, which include ‘Bumpy’ (uneven, bumpy), ‘Wave’ and ‘Wavy’, the artist gives us two clues: on the one hand, a sober description of the basic character of each composition, and on the other, a reference to his real-life experiences of uneven surface formations, such as landscapes or water. However, their abstract formal language clearly signals that his artistic reflections do not seek to reproduce specific phenomena of reality. Rather, the works aim at the fundamental relationship between space and movement as an aesthetic phenomenon of perception.

 

This is illustrated by the aforementioned series ‘Bumpy’, “Wave” and ‘Wavy’. While the ‘Wave’ series still shows a comprehensible horizontal or diagonal main orientation in its rhythmic ups and downs/light and dark, the movement of the surface in ‘Bumpy’ intensifies into a pulsating ebb and flow of differently distorted elements. The volume of the shapes seems to expand, literally springing out of the picture or sinking back into the picture field, like a breathing entity. But the whole does not follow a regular rhythm; rather, as the title Bumpy suggests, it is a visibly disordered event.

 

 

In the series ‘Wavy,’ the dynamic movement becomes even more chaotic. Colour and line alone create this increasing dynamism of the three-dimensional-looking shapes. Calculating or constructing such irregular spatial surface structures is the field of non-Euclidean mathematics/geometry mentioned at the beginning. Today, they can be generated digitally with a computer, and that is what Zeman does.

 

Drawings

 

In his latest series of works, the multi-part drawings entitled ‘Espace Mou’, Zeman presents us with what appears to be an uninterrupted expanse of colour, consisting of softly modulated light and dark grey or orange-yellow tones. This cloudy play of colours unfolds across numerous panels of equal size, which are hung very precisely in three rows, closely spaced above one another. This creates the impression of a grid. Compositionally, the grid seeks to contain the autonomously spreading colour event like a systematically ordering counterforce, without however interrupting it. Once again, Zeman works with colour and line. The latter, however, results here from the space between the panels and the shadow gap that occurs there.

 

 

Spreading an event across a large number of panels reveals something else: just as each individual panel represents a section of the entire picture tableau, the entire multi-part work in turn appears only as a ‘section’ of a fundamentally infinite spatial colour event. Here, Zeman follows the ‘all over’ approach of abstract painting. However, condensing phenomena into a characteristic section or formula is not only a common and meaningful procedure in art. It also applies to other ways of knowing with which we as humanity create an ‘image’ or understanding of the incomprehensible totality of space, the world or the universe.

 

And there is something else that is remarkable. Each panel is a completely individual entity, clearly distinguishable from all the others. The sequence does not reveal a serial rhythmic pattern of identical elements. Rather, the panels create a large, constantly changing colour event. In other words, nothing remains as it initially appears in the moment captured in the individual panels. Everything is in flux, with which Zeman brings a moment in time into the work, to paraphrase the often-used ancient metaphor.

 

 

The overall composition shows a moment of refined, delicate balance. But the inscribed dynamic of movement points to transformation and change. This contains an ambivalent moment of tension. After all, permanent change does not guarantee a transformation into any kind of harmonious final state, however desirable that may be. Just think of the promise of progress made by technical modernity.

 

 

In Zeman's drawings, the colour effects are the result of simple pencil/coloured pencil hatching. The hatching is clearly visible when viewed up close. One can see how the artist created the grey or coloured formations. It is strange, however, that some of the lines appear diffuse, as if they were only temporary and already sinking back into an indifferent background.

 

Other hatching, on the other hand, stands out more clearly, creating a spatially diffuse tonality. As in Zeman's paintings, this is the result of the specific treatment of the panels. Zeman covered the lower layer of hatching with casting resin, which he then sanded down almost completely. This gives the drawing a strangely soft blurriness, over which he has laid the next layer of hatching. The superimposition of the hatching can thus also be seen as a sequence and contributes significantly to the impression of movement and the passage of time.

 

The wall works consist of more than 1,000 individual pieces, specifically colour-coated acrylic pieces. Like Zeman's paintings, they are attached to the walls in a complex process requiring a great deal of patience. Here, too, foil stencils are used to precisely position the individual moulded parts and their added ‘colour shadows’. What do they show? Symbolically abstracted three-dimensional vortex formations from different perspectives. Accordingly, Zeman simply calls the wall works ‘Swirl’. One might think of water whirlpools or galaxies in the universe: both of which, in their vortex form, are an expression of the highly tense physical balance of forces between the attractive force of condensed matter and highly dynamic centrifugal forces.

 

 

The floor installation ‘Infinite expanses’ is based on a different balance of forces. Zeman has placed a circular composition on the gallery floor using foil. From a central point, sharp-edged shapes spread out in all directions in what appears to be an explosion. The shapes are two-coloured (orange/black), which not only makes them appear three-dimensional, but also allows them to float above the floor. In addition, the shapes tilt in one direction or another, as if they were following different perspective constructions.

 

Their growth in size from a few millimetres in the centre to more than half a metre in the outer zone contributes to the impression of high movement dynamics. In addition, the increase in size creates the impression of great three-dimensional spatial depth. However, contrary to what one might expect, this is not only horizontal, but above all vertical, into the depths. It appears as if the explosive impulse is coming from a ‘bottomless’ depth. As the title specifically states: ‘Infinite expanses’.

 

 

What is happening here? Our senses convey disparate information to us. Our eyes see a movement/explosion impulse that appears to come from an indefinable depth. Our feet and our sense of balance and touch, on the other hand, signal the stability of the ground. For at least a brief moment, our brain is forced to examine and decide which is the case, which information is more trustworthy.

 

 

The floor installation is the result of Zeman's examination of the functional, sober character of the gallery space, which is conveyed by the openly visible functional statics of slender steel supports, ceiling beams and unplastered walls. Not to mention the still recognisable grid painted on the gallery floor for setting up the pallets of goods. All of this refers to the former function of the space as a goods or materials warehouse for Dörken AG.

 

Zeman has literally blown up the constructive statics of the gallery space with his explosive motif. However, he has not erased them, but deliberately left them visible. For only in this way can a tension-filled interplay arise between the calm statics of the existing spatial architecture and the dynamics of the drifting explosion of coloured bodies. One could also interpret it in a somewhat sophistical, site-specific way: the warehouse as a place where things are stored for a more or less limited time before being shipped out of the factory as finished goods to destinations all over the world.

 

 

The way Zeman has staged the floor work ‘Infinite Expanses’ together with the “Swirls” on the walls, it is more natural to think of the ‘Big Bang,’ which, as astrophysicists assure us, is the spatial and temporal beginning of the universe, which continues to expand to this day. Space, then, not as a static, ever-present, unchanging phenomenon, but as a growing or shrinking, in any case changing dimension. Admittedly, this is a strange idea, as it can hardly be reconciled with our human sensory perceptions and experiences of space, which are attuned to earthly conditions.

 

Zeman thus offers a multi-layered visual aesthetic interplay with space and movement, spatial illusions and spatial irritations, entirely in keeping with the exhibition title ‘Sense of Space’. This immediate sensuality, which evokes various associations, also contains an aesthetic element of entertainment. Typically, OP art, which Zeman's paintings are reminiscent of, even though, unlike Zeman, it is primarily focused on visual and optical irritation phenomena, is often assumed to be more or less purely decorative entertainment.

 

However, entertainment is by no means a bad thing in itself – quite the contrary. Entertainment only becomes banal and ‘meaningless’ when, as the poet and playwright Bert Brecht once rightly observed, it is deprived of its underlying content. According to Brecht, combining the two gives art its productive power, because it can convey its content to viewers in a fascinating and enticing – in other words, entertaining and captivating – way.

 

 

So when the question of spatial perception and spatial sensation was briefly outlined at the beginning, the point was precisely to make it clear that Achim Zeman's artistic work brings the existential theme of ‘space’ in all its fascinating complexity to life on a sensual and aesthetic level. His art is entertaining in the best sense of the word. In the case of the installation, visitors are even allowed to enter it, wander around in and on it, and observe what it triggers in terms of perhaps pleasurable experiences, impressions and questions.

 

 

Reinhold Happel